Bangladesch

© Dietmar Mirke
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„Mein Name ist Shadu Charan Mondol. Ich bin 72 Jahre alt und lebe in Shingertoly am Ufer des Flusses Malancha in Bangladesch. Mein Haus steht auf dem Deich (links auf dem Foto). Es wurde schon sechsmal zerstört, weil der Deich nicht hielt. Bei Flut drückt das Meer immer weiter den Fluss hinauf. Der Wasserspiegel begann vor 60 Jahren anzusteigen, aber seit 10 Jahren steigt er schneller. Die Springfluten im Juni und Juli sind sogar noch gefährlicher: sie verursachen die höchsten Wasserstände. Wir wurden schon mehrere Male gezwungen, den Deich vom Fluss zurück-zuverlegen; das ist aber ein Dauerproblem und für eine weitere Rückverlagerung haben wir keinen Platz mehr übrig.”

– Shadu Charan Mondol (2013)

NIEDERSCHLAGSVERÄNDERUNGEN DES INDISCHEN SOMMERMONSUNS

(1860 BIS 2090¹)

Die schwarze Linie stellt den historischen Durchschnitt (1985 – 2015) dar, während die farbigen Linien verschiedene Klimaszenarien (SSP1-2.6 bis SSP5-8.5) abbilden. Ab 2000 nehmen sie in allen Klimaszenarien zu – je höher die Emissionen, desto stärker. Die zunehmende Intensität und Unvorhersehbarkeit des Monsuns könnte weitreichende Folgen für Millionen Menschen in der Region haben.

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FRÜHER GAB ES 6 JAHRESZEITEN – HEUTE NUR NOCH 3

Bangladesch ist stark vom steigenden Meeresspiegel be-troffen, der ein Fünftel des Landes überfluten könnte. 2022 stand ein Drittel des Landes nach heftigen Regenfällen unter Wasser. Der Klimawandel verschärft die Situation, da Zyklone salzhaltiges Meerwasser ins Landesinnere bringen und Böden unfruchtbar machen. Der Monsun, der früher das Wettergeschehen bestimmte, wird immer unberechenbarer. Zu wenig Regen führt zu Dürren und Ernteausfällen, während zu starker

Regen Überschwemmungen und Zerstörung verursacht. Diese extremen Wetterphänomene, wie längere Trockenzeiten und heftige Starkregen, machen die Land-wirtschaft zunehmend unsicher. Reisbauern, die einst von ihren Ernten lebten, müssen nun Reis kaufen.

Viele Menschen müssen ihre Felder aufgeben und nach neuen Einkommensquellen suchen, was zu einer steigenden Landflucht führt.² ³