

„Am Montag, den 13. Mai 2013, war ich in Gourcy, als man mich anrief und mir mitteilte, dass mein Haus durch einen starken Regensturm zerstört wurde. Als ich dort ankam, sah ich den Schaden: Das Haus war nieder-gerissen und das Dach vom Wind verstreut. Ich hatte das Haus gerade für meine Familie und mich fertig-gestellt. Gott sei Dank ist niemand umgekommen.
Zur Zeit habe ich kein Geld, um es wiederaufzubauen. Ich muss also bis nächstes Jahr warten, um es dann hoffentlich neu errichten zu können. Ich frage mich bloß, wo wir solange wohnen sollen. Ich habe so etwas noch nie erlebt. Es ist für unser Dorf völlig ungewöhnlich, da es im Mai geschah, denn die Regenzeit beginnt frühestens Mitte Juni.”
– Ousséni Sayaogo, Bauer aus Niessega (2013)
MEHR NIEDERSCHLAG IN DER SAHELZONE
Burkina Faso ist stark von klimatischen Veränderungen betroffen, insbesondere von Schwankungen in der Niederschlagsverteilung. Während die Regenzeit in der Sahelzone traditionell von Juni bis September andauerte, hat sich ihr Beginn und Ende in den letzten Jahrzehnten zunehmend verschoben. Die Niederschlagsmengen sind unregelmäßiger geworden, mit häufigeren Dürren und kurzen, extremen Regenfällen. ¹
Der Klimawandel verstärkt die heftigen Regenstürme in der Sahelzone, deren Häufigkeit sich seit den 1980er Jahren verdreifacht hat. Ein immer größerer Teil des saisonalen Regens fällt inzwischen in starken Stürmen, was in Burkina Faso zunehmend Überschwemmungen verursacht, besonders in schlecht entwässerten Städten.²

“Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wirtschaft und Gesellschaft sind in meinem Heimatland sowohl in den Dörfern als auch im Ackerbau, der Tierhaltung und Forstwirtschaft spürbar. Die Menschen auf dem Land stellen fest, dass es immer weniger regnet und immer öfter extreme Wetterereignisse wie Starkregen, Staubstürme und ungewöhnliche hohe Temperaturen von mehr als 45 °C im Schatten eintreten – auch in den Monaten, in denen es eigentlich noch kühler sein sollte. In den letzten Jahren kam es häufiger zu schweren Überschwemmungen, die zu (zeitweisen) Umsiedlungen geführt haben, infolgedessen zahlreiche Menschen in humanitäre Not geraten sind. Das betrifft vor allem Frauen und Kinder.”
– Parfait Saka, 59 Jahre, von der Hauptstadt Ouagadougou
Zitat aus “Klimabrief aus Burkina Faso” von Misereor, 2023³