Burkina Faso

Ernteschäden durch Überschwemmungen

Yempabou Lankoande

© Ba Mahamadou

Überschwemmungen in Burkina Faso im September 2007

© Severine Flores / Tearfund.

„Mein Name ist Yempabou Lankoande; ich bin ein Bauer aus Manni. Ich baue Reis in der Ebene von Manni an. Der Regen hat eine Menge Schäden hier verursacht. Alle jungen Pflanzen wurden durch die Kraft des Wassers weggeschwemmt — sogar die Ackerkrume mit allen Setzlingen, die wir gepflanzt hatten. Jetzt müssen wir wieder ganz von vorne anfangen.
Ich hatte auf meinem Stück Land Mais gepflanzt, um über die Zeit mit Engpässen hinwegzukommen, aber auch der ist vollkommen weggespült worden. Ich habe weder für den Mais noch für den Reis irgendeine Hoffnung. Das ist eine völlig verlorene Ernte.“

WISSENSCHAFTLICHER HINTERGRUND

Die Wissenschaftler*innen des Weltklimarates stimmen darin überein, dass in der Sahelund Sub Sahel-Region Überschwemmungen im Wechsel mit Dürreperioden „normale” Erscheinungen werden. Für Burkina Faso ist dies bereits Realität. Seit 2007 erlebt das Land wiederholt Überschwemmungen — die jüngsten Beispiele: Erntesaison 2011 — 2012: Die Regenfälle setzen spät ein und sind unregelmäßig, ihr frühes und jähes Ende führt zu einem Ernterückgang um 16 % und zu Ernährungsproblemen in 146 Gemeinden. 2016: Sintflutartige Regenstürme und Überschwemmungen mit Tausenden Geschädigten. 10.000 Menschen sind nun Obdachlos und 35 Menschen wurden schwer verletzt. 2020: Unwetter mit starken Regenfällen in der Region „Centre Nord“ führten zu Hochwasser und zu Zerstörungen. 3.500 Unterkünfte von Binnenvertriebenen wurden beschädigt.

Wirbelstürme und instabile Wetterlagen

Ousséni Sayaogo

© Ba Mahamadou

Vom Wirbelsturm zerstörtes Haus

© Ba Mahamadou

„Mein Name ist Ousséni Sayaogo; ich bin ein Bauer aus Niessega. Am Montag, den 13. Mai 2013, war ich in Gourcy, als man mich anrief und mir mitteilte, dass mein Haus durch einen starken Regensturm zerstört wurde. Als ich dort ankam, sah ich den Schaden: Das Haus war niedergerissen und das Dach vom Wind verstreut. Ich hatte das Haus gerade für meine Familie und mich fertiggestellt. Gott sei Dank ist niemand umgekommen. Zur Zeit habe ich kein Geld, um es wiederaufzubauen. Ich muss also bis nächstes Jahr warten, um es dann hoffentlich neu errichten zu können. Ich frage mich bloß, wo wir solange wohnen sollen. Ich habe so etwas noch nie erlebt. Es ist für unser Dorf völlig ungewöhnlich, da es im Mai geschah, denn die Regenzeit beginnt frühestens Mitte Juni.“

WISSENSCHAFTLICHER HINTERGRUND

Die Erwärmung der Sahara wirkt sich auf die Sturmintensität in der gesamten Sahelzone aus. Es verdreifachte sich die Häufigkeit extremer Stürme in den letzten 40 Jahren und sie werden sich voraussichtlich weiter verstärken. Unstabile Niederschläge bedeuten kürzere Regenzeiten und eine Zunahme von Starkregen und Stürmen bis hin zu Wirbelstürmen zu ungewohnten Jahreszeiten.

Dürreperioden

Mahamadi Sawadogo

Degradation von Ackerland in der Provinz Zondoma

© Ba Mahamadou

„Ich bin Mahamadi Sawadogo und stamme vom Zentralplateau von Burkina Faso. In meinem Dorf leitete ich als Bauer Projekte zur Wiederherstellung von degradierten Böden, Wiederaufforstung etc. an. Mit dem Wandel des Klimas änderte sich vieles: Trockenheit, Verlust der Vegetationsdecke, Verarmung der Böden. So war ich gezwungen, bessere Lebensbedingungen zu suchen und kam 2003 nach Bourguéogo. Hier ist das Klima für Landwirtschaft zwar besser, aber es sind andere Probleme aufgetaucht wie zum Beispiel Mangel an Trinkwasser und Straßen; und als Anwohner des Wildreservats ist unser Land Schäden durch Elefanten ausgesetzt. Ohne eine Betreuung werden die wenig entwickelten Anbaumethoden die Degradation der natürlichen Ressourcen beschleunigen. Werden wir also wieder von hier wegziehen müssen?“

WISSENSCHAFTLICHER HINTERGRUND

Im Norden und im Zentrum des Landes hat die Verschlechterung der Ökosysteme zur Erschöpfung der Böden und unzureichenden Niederschlägen geführt. Dies liegt der Nahrungsunsicherheit zugrunde, die ihrerseits das Phänomen der Armut verstärkt. Die direkte Folge des Schwindens der Vegetationsdecke sind mehr Schäden durch Winde — vor allem den Harmattan –, steigende Temperaturen, weniger und unregelmäßigere Niederschläge. Häufigere Dürreperioden haben zu einer Abwanderung von Teilen der Bevölkerung aus dem Zentralplateau nach Osten und Westen geführt. Diese Binnenwanderer tragen jedoch spürbar zu einer Degradation in den Zielgebieten bei und sind mit vielen Herausforderungen konfrontiert.

AKTION

ARFA, der Verein für Forschung und Fortbildung in ökologischem Landbau, hilft Bauern, ihre Erträge durch ökologische Anbaumethoden zu steigern und sich besser an den Klimawandel anzupassen.