

„Mein Name ist Günter Busch. Ich bin seit 1984 Förster im ca. 1.200 ha großen Stadtwald Bad Homburg v. d. Höhe. In der Forstwirtschaft planen wir immer für mindestens eine Baumgeneration, also für Zeiträume von 80 bis 300 Jahren. So lange wächst ein Baum vom Samen bis zur Ernte. Der Klimawandel der letzten Jahrzehnte u. a. mit Stürmen, vor allem aber mit der starken Trockenheit der Jahre 2018 – 2020 macht alle alten Planungen für Verjüngung, Zuwachs und Ertrag zunichte.“ -Günter Busch, Stadtförster (2020)
In einem durchschnittlichen hessischen Wald gibt es ca. 320m³ Holzvorrat auf den Hektar. Ein Festmeter Buchenholz bindet ca. 1,25t CO2, ein ha Buchenwald also ca. 400t CO2. Eine 50 bis 80 Jahre alte Buche bindet durch ihren Zuwachs im Jahr etwa 10kg CO₂.
Wissenschaftlicher Hintergrund
Auch im Taunus ist der Klimawandel schon angekommen: Durch die zunehmende Trockenheit, vor allem in den Jahren von 2018 bis 2020, werden die Waldbäume im Taunus geschwächt. So produziert z. B. die Fichte weniger Harz. Ganze Fichtenflächen können so vom Borkenkäfer befallen werden. Die befallenen Bäume müssen noch vor dem Absterben gefällt und schnellstmöglich aus dem Wald abtransportiert oder entrindet werden, damit die Borkenkäfer sich nicht noch stärker vermehren. So entstehen zunächst große Kahlflächen. Mittlerweile weisen alle Baumarten aufgrund des Klimawandels gefährdende Schädlinge und Krankheiten auf. Auch Ahorn, Buche, Eiche und Kiefer werden Opfer von Krankheiten oder Stürmen, wenn auch aktuell nicht in dem Ausmaß wie die Fichte.

Klimafolgen – Bewältigung
Wald muss langfristig und klimaresistent erhalten werden. Eine flächige Aufforstung ist aber nicht mehr verhältnismäßig, denn aufgrund der Sommertrockenheit vertrocknen neue Pflanzungen von Forstsetzlingen zum großen Teil schon im ersten Jahr nach der Aufforstung. Daher setzt Stadtförster Busch auf Naturverjüngung der örtlichen Baumarten. – Die Naturverjüngung ist jedoch durch Wildverbiss gefährdet, da zu viel Wild im Wald steht; eine verstärkte Jagd ist erforderlich. Eine Zäunung der großen ehemaligen Fichtenflächen wäre unverhältnismäßig und ein starker Eingriff in die Natur. – Förster Busch hat versuchsweise schon vor 10 Jahren eine kleinere Esskastanienpflanzung (als neue, vielleicht robuste Art für den Stadtwald) vorgenommen. Ob dies und die Naturverjüngung waldbauliche Erfolge werden, ist erst in vielen Jahren absehbar.
