

„Die Jagd ist ein integraler Bestandteil der Lebensweise der Inuit. Doch in den letzten Jahren hat sich die Zahl der Jäger mehr als halbiert. Walrosse, Eisbären, Narwale und Robben ziehen sich aufgrund verschlechterter Umweltbedingungen aus den Gewässern zurück, wo sie traditionell bejagt wurden. Eisbären findet man jetzt auf einmal im Umfeld von Städten und Siedlungen. Traditionelle Jäger auf Hundeschlitten müssen jetzt über Land statt auf dem Packeis fahren und dabei immer weitere Strecken zurücklegen. Das wird mit der steigenden Zahl von Stürmen immer gefährlicher und stellt eine wirkliche Bedrohung für die, die von der Jagd leben, dar. Jäger-gemeinschaften sind mit zunehmenden Unwägbarkeiten auf allen Ebenen ihrer Existenz bedroht, und so wenden sich immer mehr Jäger dem wachsenden Tourismus zu – ein Nebeneffekt der globalen Erwärmung – und anderen Überlebensstrategien, um ihre lokale Selbstversorgung und ihre eigene Kultur beibehalten zu können.“
– Aqqaluk Lynge, ehemaliger Präsident des Inuit Circumpolar Council (2013)

Eine schmelzende Arktis
Das Klima in der Arktis hat sich in den letzten 75 Jahren dramatisch verändert. Wissenschaftler*innen gehen davon aus, dass es bereits vor 2030 zu eisfreien Tagen während des Sommers auf dem Nordpolarmeer kommen könnte.¹
Jede Sekunde verliert Grönlands Eisschicht 2,5 Millionen Liter Süßwasser², das entspricht der Größe von drei Schwimmbecken. Allein Grönlands Eisschmelze wird bis 2100 zu einem Anstieg des Meeres-spiegels um einen Meter beitragen.³ Forschende warnen: Wird der Kipppunkt des Grönländischen Eisschilds überschritten, ist ein komplettes Abschmelzen der Grönländischen Eisschicht unaufhaltbar.⁴
ZERSTÖRUNG EINES LEBENSRAUMS
Über Jahrtausende passten sich Menschen dem harten Klima der Arktis an. Die Ausdehnung des Meereises im Winter wurde zur wichtigen Transportmöglichkeit. Durch die Veränderung des Klimas nimmt die Infrastruktur Schaden, Straßen und Flughäfen werden instabil durch das Auftauen von Permafrostböden und heftigere Wetterereignisse zerstören Lebensgrundlagen.
Quellen: