Ecuador

©Felipe Segovia / EcoCiencia
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© Silvia Vallejo, EcoCiencia

„Früher dienten der Yanacocha-See und der Chaquishkacocha-See den Dorfbewohner*innen von Tambo-huasha als Viehtränke. Aber die Seen sind verschwunden, weil es weniger regnet und wärmer geworden ist. Jetzt müssen sie das Wasser für ihre Tiere mit einer Rohrleitung vom benachbarten Berg Carihuayrazo her-beibringen. In den letzten zehn Jahren muss das Vieh in dem Wildreservat des Chimborazo immer höher und höher steigen, um Zugang zu Wasser und Weideland – das vom Wasser abhängig ist – zu haben.

Der letzte „Hielero“ vom Chimborazo

Früher haben die Indigenen oberhalb dieser Seen Eis von den Gletschern des Chimborazo abgebaut – die sogenannten „Hieleros“ (Eismänner) – und an die Stadtbewohner*innen verkauft. Heutzutage gibt es nur noch einen Hielero, Don Baltasar Ushca. Er erzählte mir, dass es früher am Chimborazo ziemlich kalt und regnerisch war, und dass der Schnee meist bis hinunter in die Gemeinden liegen blieb; auf 4.000 Metern lag er bis zu 40 cm hoch. Heute beginnt das Eis erst bei 5.500 m Höhe und es gibt keinen Schnee mehr!“

– Olmedo Cayambe, Geschäftsführer von CORDTUCH des kommunalen Tourismusverbandes vom Chimborazo (2013)

SCHMELZE AM ÄQUATOR

Die kleineren Gletscher der Anden unterhalb von 5.100 Metern über dem Meeresspiegel sind aufgrund der aktuellen Klimaveränderungen stark aus dem Gleichgewicht geraten. Seit 1985 hat Ecuador rund 35 % seiner Gletscherfläche verloren. Während der Gletscher des Vulkans Carihuairazo mittlerweile vollständig verschwunden ist, hat der Iliniza Sur über 80 % seiner Eisfläche eingebüßt. Auch Gletscher wie Cotopaxi, Antisana und Chimborazo verzeichnen massive Verluste infolge steigender globaler Temperaturen.¹

LEBENSGRUNDLAGE SCHMELZWASSER

Das Schmelzwasser ist essenziell für die Landwirtschaft, Wasser- und Energieversorgung. In Dürrezeiten verdreifacht sich die Nutzung des Gletscherwassers. Besonders ländliche Regionen sind abhängig von dieser Ressource. Gletscherschwund bedroht Existenzen, führt zu Konflikten und destabilisiert Ökosysteme. Sich dieser Entwicklung anzupassen bedeutet hier zum Beispiel, dass die Energieversorgung nicht nur durch Wasserkraft gestellt wird. Die Folgen einer einseitigen Energieversorgung zeigten sich 2024. Ecuador, welches stark von Wasserkraft abhängig ist, erlebte eine extreme Dürre.²