Indien

© Rohit Dimri
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© Soma Basu/ Down to Earth

„Es war am 16. Juni 2013 um 19.18 Uhr, als Ram Singh den lautesten Knall seines Lebens hörte, das ohrenbetäubende Getöse einer Katastrophe: „Ich fühlte mich, wie wenn der Himmel auf die Erde stürzen würde. Innerhalb von Sekunden drang eine riesige Wasserwand zum Tempel von Kedarnath vor. Dicke Brocken von Geröll flogen in die Luft wie bei einer Explosion. In weniger als 15 Minuten wurden tausende Menschen hinweg-geschwemmt.” Singh war zusammen mit 17 Leuten aus seiner Heimatstadt Ujjain in Madhya Pradesh auf Pilgerreise; er kehrte nur mit fünf zurück. „Nach unserem Besuch im Tempel wollte mein Sohn noch die Berge sehen, und so nahm ich ihn mit; meine Frau folgte uns”, sagte er. „So überlebten wir. Ich habe nicht die geringste Ahnung, wo der Rest meiner Familie ist.”

– Ram Singh und seine Frau (2013)

Der Weltrisikoindex 2024 bewertet das Katastrophenrisiko von Ländern anhand der Gefährdung durch Naturereignisse und der Verwundbarkeit der Bevölkerung. Indien ist das drittgefährdetste Land weltweit. Der Index berücksichtigt Anfälligkeit (z. B. Infrastruktur, Einkommen), Bewältigungsfähigkeiten (z. B. Gesundheitsversorgung, staatliche Unter-stützung) und Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel.¹

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KLIMAEXTREME NEHMEN ZU

Laut einer aktuellen Studie sind mehr als 85 % der Distrikte in Indien von extremen Wetterereignissen betroffen. Darüber hinaus zeigt sich, dass sich in 45 % der Regionen die klimatischen Bedingungen verändert haben – Gebiete, die früher weniger anfällig für bestimmte extreme Wetterereignisse waren, sind nun häufiger betroffen. Bis 2036 könnten mehr als 1,47 Milliarden Einwohner*innen extremen Klimabedingungen ausgesetzt sein, was gravierende Auswirkungen auf die Landwirtschaft, die Lebensbedingungen und die Infrastruktur haben würde.² ³